1. Was kann man sich unter dem Begriff Hormonyoga vorstellen? Wer hat diesen Yoga-Stil entwickelt?
    • Durch meine eigenen Wechseljahrbeschwerden, die mir sehr zu schaffen machten. Vor allem der markante Haarausfall und die Depressionen.
  2. Wie bist du zum Hormonyoga gekommen?
    • Hormonyoga ist eine therapeutische Form des Yoga und hilft Frauen, die darunter leiden, dass ihr Hormonhaushalt unausgeglichen ist, wie es zum Beispiel in den Wechseljahren oder durch die Einnahme der Antibabypille oder Schilddrüsenproblemen vorkommt. Entwickelt hat Hormonyoga Dinah Rodrigues, von der ich auch ausgebildet wurde. Ich habe während Jahren der Praxis viele Ansätze überarbeitet und zu meinem spezifischen „HoYo“ weiterentwickelt, das jede Frau, ob jünger oder älter, ohne Druck und Strenge praktizieren kann.
  3. Für wen ist Hormonyoga interessant? Warum sollten Frauen Hormonyoga praktizieren?
    • Zum einen natürlich Frauen in den Wechseljahren. Doch ist es ein Irrtum, dass nur diese Frauen hormonelle Probleme haben, die mit Hormonyoga in den Griff zu bekommen sind. Auch junge Frauen kommen oft in hormonelle Schwankungen, wenn sie die Pille oder hormonelle Behandlung des Arztes absetzen. Das führt zu Unausgeglichenheit und Stress, manchmal auch zu Haarausfall und schlechtem Hautbild.
      Frauen sollten dann praktizieren, wenn der Leidensdruck durch die hormonellen Schwankungen groß ist und sie ihr Selbstvertrauen verlieren. HoYo hilft nämlich auch bei Kinderwunsch, PMS, bei Unterfunktion der Schilddrüse, bei Schlaflosigkeit und Stress. Hinzukommen alle Beschwerden, die während der Menopause auftreten können (Hitzewallungen, Gemütsschwankungen, verminderte Libido, Trockenheit und Juckreiz der Haut aber auch der Vagina, Haarausfall, Gedächtnisverminderung, Selbstzweifel etc.).
  4. Welche positiven Auswirkungen hat Hormonyoga auf Frauen in den Wechseljahren?
    • Oben genannte Beschwerden gehen zurück oder verschwinden ganz. Es gibt wieder ein Leben ohne Zweifel und weniger Stress. Tage, an denen man am liebsten gar nicht erst aufstehen möchte, werden immer seltener und die Leistungsfähigkeit wird wieder besser. Stellen Sie sich vor, wie es ist, einmal wieder eine ganze Nacht durchzuschlafen. Oder keine Angst vor den Schweißrändern am Pullover haben zu müssen. Keine Menstruationsschmerzen zu haben, oder überhaupt wieder eine Regel zu haben. Denn viele sehr junge Frauen klagen über Ausbleiben oder Unregelmäßigkeit der Menstruation.
  5. Was sind Eckpfeile/Schwerpunkte von HoYo, deinem persönlichen Hormonyoga-Programm?
    • Als Psychotherapeutin habe ich immer beim Hormonyoga den größeren Zusammenhang gesehen. Ich habe vor allem die Strenge und den Druck rausgenommen. Ich unterrichte einen ganz besonders liebevollen Umgang mit sich selbst und schaffe besonderes Bewusstsein für die ausgeglichene Atmung. Gerade bei den Atemtechniken habe ich alles verändert und feiner gemacht. Aber auch die Technik der Energielenkung vermittle ich in den Workshops so, dass die Frauen lernen sanft, ja viel sanfter, mit sich selbst umzugehen, und dass die eigene Praxis etwas ganz besonderes, etwas rituelles und schönes ist. Des Weiteren lege ich besonderen Wert auf die Stress-Analyse. Wenn wir Frauen immer so super gestresst sind, wird so viel Stresshormon ausgeschieden, dass die besten Übungen nichts helfen. Also vermittle ich zuerst einmal Einblick in den sinnvollen Umgang mit Stress. Interessanterweise kann Yoga, wenn es zu stark fordert und reguliert, die Stresssymptome noch verstärken und Angst auslösen.
  6. Welche Übungen werden im Hormonyoga praktiziert.
    • Es gibt in meinem „HoYo“ eine sinnvoll abgestimmte Sequenz, eine für den Morgen und eine für Frauen, die vornehmlich abends praktizieren. Die Übungen wirken teils auf die Eierstöcke, auf die Schilddrüse oder Hypophyse. Die Atemübungen dienen der Ruhe und wirken gegen den Stress. So ist es z.B. möglich, die ideale Praxis für die individuellen Bedürfnisse zu modifizieren.
  7. Welche Utensilien braucht man für die Hormonyoga-Praxis?
    • Eine Matte, einen Klotz, evtl. einen Gurt, ein bis zwei Decken und eine Wand. Holzboden ist besser als Teppichboden, denn bei einer Übung muss der Hinterkopf, wenn man liegt, ein wenig rutschen können, damit die Halswirbelsäule nicht gestaucht wird.
  8. Welche Tipps kannst du Hormonyoga-Anfängern mit auf den Weg geben?
    • Hormonyoga ist eine therapeutische Form des Yoga und sollte wirklich mit einer erfahrenen Lehrerin, die weiß, wovon sie spricht, geübt werden. In einem Wochenend-Workshop lehre ich die grundlegenden Techniken, danach kann man auch alleine zuhause üben. Mit anderen Frauen diese besondere Yoga-Form zu praktizieren führt unglaubliche Energien zu Tage. Es lösen sich Blockaden und die Atmosphäre hat eine ganz spezielle Tiefe. Zudem ist es schön, die persönlichen Erfahrungen untereinander auszutauschen. Ich hatte in allen Jahren des Unterrichtens immer so wunderbare Frauen und großartige Gruppen, dass ich meinem Mann jedes Mal berichte, wie einmalig dieser Workshop ist. Eigentlich mit Worten kaum zu beschreiben! Und für alle Teilnehmer wird diese Praxis zu einer stärkenden, freudigen Erfahrung.
  9. Ressourcen Liste: Welche Ressourcen kannst du für die Hormonyoga-Praxis empfehlen.
    • Es gibt ein Hoyo-Übungsbuch, das ich im Workshop als Lehrmittel verteile, denn dort stehen die Übungen genau beschrieben drin. Dann habe ich ein Poster entwickelt, damit die Frauen sich an die Sequenz erinnern, wenn sie die Techniken begriffen haben. Eine gekürzte Version des Übungsbuches gibt es als Verlagsbuch. Auf meiner HoYo DVD gibt es eine Einführung in die HoYo-Praxis und eine ganze Hormonyoga – Klasse. Auf der parApara Website gibt es verschiedene Sequenzen als Download. Mit einer persönlichen Auswahl aus diesen Lehrmitteln kommen die meisten Frauen, nachdem sie den Workshop besucht haben, sehr gut klar.